Das Erwachen ist eine grundlegende Transformation von Geist und Hirn, wobei jegliche Empfindung einer definierbaren oder greifbaren Individualität gelöscht wird. Das Hirn-Ego mit allen seinen Identifikationen ist vollständig verschwunden. Der Erwachte fühlt sich als reines "Selbst", das zwar in einem Körper lebt, das jedoch keinerlei Identifikation mehr mit Körper, Verstand oder Gefühl hat, nicht einmal mehr mit seinem Namen. Der Erwachte ist wie ein Autofahrer, der nicht mehr in seinem gewohnten Auto fährt, sondern wie zufällig in einem austauschbaren Leihwagen.


Das wache Selbst ist ein „Zustand innerer Weite“. Die Weite kann entstehen, wenn Emotionen und Gedankenmaschine still werden. Dann kann das Selbst erwachen als Gegenwärtigkeit und Aufmerksamkeit, als reine Wahrnehmung und reines Bewusstsein, ungetrübt von den Automatismen bewertender Gedanken und Emotionen. Dass sich dies auch in messbaren Hirnschwingungen darstellen muss, dürfte selbstverständlich sein. Diese Änderungen sind jedoch eine Folge des Erwachens und erklären es nicht.

„Es gibt die Möglichkeit einer radikalen Transformation des menschlichen Bewusstseins. Ihre Namen sind Erwachen, Erleuchtung, Erlösung oder Aufhebung des Leidens.“

 

„Bist du bewußt, dann brauchst du nicht länger jeden Gedanken zu glauben, den du denkst.“ Das heißt: „Glaubst du an deine Rolle eines Vernünftigen, dann bekommst du Angst, wenn du im Unrecht bist. Wenn du bewußt bist und deinen Verstand sowenig ernst nimmst wie den des Anderen, dann macht es keinen Unterschied mehr, ob ein richtiger oder falscher Gedanke von dir oder von einem Anderen kommt.“